BDSM – Wenn Vertrauen sexy wird.
BDSM. Fünf Buchstaben, die klingen wie das Passwort in einem zwielichtigen
Internetforum oder der Name einer neuen Versicherung. Dabei steht BDSM
schlicht für eine ganze Welt aus Fantasie, Vertrauen und ja, man höre und
staune ziemlich viel Kommunikation.
Aber bevor du jetzt denkst, das sei alles Latex, Leder und düsteres
Flackerlicht: Nein. BDSM ist weniger „50 Shades of Chaos“ und mehr
„Diplomatie mit Zubehör“.
Was die Buchstaben wirklich bedeuten:
BDSM ist eine Abkürzung aus gleich mehreren Begriffspaaren, die sich elegant
übereinanderstapeln. Wie Matroschka-Puppen, nur mit Fesseln.
B & D = Bondage & Discipline
Also Fesseln und Disziplin. Klingt hart, ist aber oftmals Kunst.
Manche Leute binden schöner als sie Geschenke verpacken.
D & S = Dominance & Submission
Macht und Hingabe. Hier geht’s um liebevolles Machtspiel,
nicht um Unterdrückung.
S & M = Sadism & Masochism
Vergnügen durch Schmerz. Ja, man kann einen Klaps bekommen und sich
dabei gut fühlen. Der Körper hat da seine ganz eigenen Kommunikationswege.
Kurz gesagt: BDSM ist keine schräge Abweichung, sondern ein freiwilliges,
komplexes Zusammenspiel von Vertrauen, Lust und Selbsterfahrung.
Eine Theaterbühne, auf der Rollen bewusst gewählt werden und jeder weiß,
dass es nur funktioniert, wenn alles freiwillig, sicher und respektvoll
abgesprochen ist. Es geht weniger um Schmerz und mehr um Psychologie
Der größte Irrtum:
BDSM sei nur was für Leute, die Wutbewältigung mit Reitgerte praktizieren.
In Wahrheit ist es eine Kunst der Feinabstimmung zwischen Menschen,
die wissen, was sie wollen und was sie nicht wollen. Nichts geschieht zufällig.
Alles passiert mit Consent, also gegenseitigem, klarem Einverständnis.
Manche verwenden dafür sogar mehr Sicherheitswörter als ein
Online-Banking-System.
Und während mancher Außenstehende denkt, da ginge es nur um Gewalt,
geht’s im Kern eigentlich um Kontrolle. Über den Körper, über Vertrauen und
über das innere Loslassen. Ironischerweise finden viele in dieser bewusst
kontrollierten „Unkontrolle“ eine Freiheit, die sie sonst nirgendwo erleben.
BDSM im Alltag – mehr Alltag, als du denkst
Schon mal jemanden sagen gehört: „Du kochst heute!“ – „Jawohl!“? Zack!
Ein Mini-D/S-Moment. Oder wenn jemand es liebt, klare Regeln zu haben,
während der andere gern führt. Voilà, das ist psychologisch schon halbes
BDSM, nur ohne die Deko.
Das Prinzip zieht sich durch Beziehungen, nur dass es im BDSM bewusster,
sicherer und ganz ehrlich ästhetischer gemacht wird. Mit weicher Decke,
Safeword und Nachbesprechung. Also: Wer glaubt, BDSM sei bloß
schmerzverliebte Erotik, hat noch nie erlebt, wie herrlich vertrauensvoll
es sein kann, wenn jemand sagt: „Ich hab dich, du bist sicher.“
Warum man auch mal lachen darf
Weil es, trotz all der Ernsthaftigkeit, auch einfach menschlich ist.
Denn manchmal verrutscht beim Fesseln das Seil, das Wachs
tropft daneben oder der Nachbar fragt, warum man plötzlich
so viele Karabiner bestellt hat. BDSM ist wie Yoga mit mehr Gelächter
und weniger Dehnung. Oder wie Improtheater, nur dass man beide
Rollen kennt und keiner herausfliegt, wenn’s schiefgeht.
Fazit:
Am Ende ist BDSM weder dunkle Kunst noch schmutziges Geheimnis.
Sondern schlicht Ausdruck von Nähe, Kommunikation und Spieltrieb.
Es zeigt, wie unglaublich kreativ Menschen werden, wenn sie sich trauen,
ehrlich zu sein, über Lust, Macht, Schmerz und Vertrauen.
Und bei all den Seilen, Regeln und Ritualen bedeutet
BDSM = Bleib Dabei Stets Mensch.
In diesem Sinne