Zwischen Schmerz, Panik und neuen Erkenntnissen.
Hey ihr Lieben,
es wird höchste Zeit, dass ich euch wieder ein Lebenszeichen gebe und diesmal gibt
es einiges zu erzählen! Anlass für diesen Beitrag ist etwas, das mich in den letzten
Tagen sehr beschäftigt hat: meine Knie-Operation.
Nach langem Warten wurde endlich operiert und das Wichtigste zuerst: Alles ist gut
verlaufen. Keine Knochen-, Knorpel- oder Meniskusschäden, worüber ich unglaublich
erleichtert bin. Jetzt beginnt die nächste Herausforderung: wieder fit zu werden.
Die Schmerzen sind momentan noch ziemlich stark, die Beweglichkeit sehr
eingeschränkt und an erholsamen Schlaf ist kaum zu denken. In solchen schlaflosen
Nächten kommen einem die ungewöhnlichsten Gedanken und genau die möchte
ich hier nun mit euch teilen.
Der Tag der Operation
Mittwoch früh ging es los. Auf dem Weg zur Klinik hat mich völlig unerwartet eine heftige
Panikattacke überfallen. Kurz vor dem Ziel fühlte ich mich körperlich und seelisch am
Ende. Übelkeit und Magenprobleme waren da noch das kleinste Übel. Als ich dann
allein im Krankenhauszimmer saß und auf die Operation wartete, wurde mir klar, wie
schwer es ist, in solchen Momenten wirklich allein zu sein. Natürlich hatte ich viele
liebe Nachrichten auf WhatsApp bekommen. Worte voller Glückwünsche und
Ermutigung, aber nichts davon ersetzt die Wärme und Präsenz, wenn jemand
einfach da ist.
Dieses Erlebnis hat mich auf ein Thema gebracht, das ich bald ausführlicher
behandeln möchte: „Mitten in der Panik.“ Ich habe hautnah erlebt,
wie unterschiedlich Menschen, gerade im medizinischen Bereich, mit so einer
Situation umgehen. Darüber möchte ich euch in einem separaten Artikel berichten,
denn meine Meinung nach kann man das auch ziemlich gut anwenden im BDSM.
14 Stunden zwischen Realität und Angst
Nach der Operation stand ich mehr als 14 Stunden unter dem Einfluss der
Spinalanästhesie. Ab dem letzten Lendenwirbel abwärts war alles taub,
ich konnte mich nicht bewegen. Beim Vorgespräch hatte man mir gesagt,
dass bei einer von tausend Personen durch diese Form der Betäubung
eine Querschnittslähmung auftreten kann. Diese Zahl ging mir nicht mehr
aus dem Kopf und so waren das wohl die 14 längsten Stunden meines
Lebens. In dieser Zeit kamen viele Gedanken auf: Was wäre, wenn ich nie
wieder laufen könnte? Wie würde mein Leben aussehen? Auch dazu möchte
ich bald einen Artikel schreiben: „Querschnittsgelähmt – was dann?“
Zwischen Empathie und Gleichgültigkeit
Drei Tage blieb ich insgesamt in der Klinik. Während dieser Zeit wechselte
das Pflegepersonal mehrmals täglich, und ich bekam einen sehr klaren
Einblick in die Unterschiede zwischen den Menschen, die dort arbeiten.
Manche begegneten mir mit echter Empathie. Sie nahmen sich Zeit, erklärten
ruhig jeden Schritt und behandelten mich respektvoll. Andere wiederum
handelten nur noch nach Routine, ohne Mitgefühl oder echtes Interesse,
und ließen spüren, dass man als Patient kaum mehr als ein Fall unter vielen ist.
Diese Erfahrung hat mir auf einer ganz anderen Ebene wieder gezeigt, wie wichtig
Macht, Mitgefühl und Kommunikation im zwischenmenschlichen Umgang sind.
Themen, die sich auch im BDSM widerspiegeln. Darüber möchte ich bald mehr
schreiben, im Artikel „Nutze die unbekannte Macht.“
Und jetzt?
Jetzt sitze ich hier, mit meinem Notizbuch, einem Haufen Gedanken und natürlich einer
heißen Tasse Kaffee. Drei neue Artikel warten darauf, fertiggestellt zu werden. Es fühlt
sich gut an, endlich wieder schreiben zu können, auch wenn der Weg zur vollständigen
Genesung noch vor mir liegt.
Ich freue mich, meine Erlebnisse und Gedanken bald mit euch zu teilen.
Bleibt also gespannt. Es wird emotional, persönlich und hoffentlich auch ein
bisschen inspirierend. Bis bald und danke, dass ihr/ du mitlest!