Was für ein Jahr-2021

Viele Höhen und Tiefs, Scheiße und
noch mehr Scheiße, alles in einem Jahr.

Hallo ihr Lieben.
Für dieses Jahr ist das meine letzte Kolumne und auch mein letzter Beitrag/Artikel.
Viele von uns hatten Höhen und eine Menge Tiefs. Die Corona-Probleme oder was
uns allen im Gedächtnis noch ist die Flut, die über manchen gebrochen ist.
Schlimme Berichte haben uns täglich in den Nachrichten verfolgt.
Corona-Regelungen, die keine Sau versteht, außer die, die sie aussprechen
in dem dafür vorgesehenen Bundesland, wo wir alle nur noch mit dem Kopf
schütteln. Wut und Enttäuschung macht sich breit. Was verständlich ist.

2021 ist für mich echt eines der Jahre, die ich gerne teilweise bis ganz vergessen
möchte. Sicher nicht nur wegen Corona, sondern weil das Leben einfach ein Griff
ins Klo darstellt für manche von uns. Was genau war es, das mich so beschäftigt hat?

Nach vielen, vielen Prüfungen (die bei Gott nicht leicht waren) habe ich meine lang
ersehnte Ausbildung zum Lokführer im Februar antreten dürfen. Ich war stolz und
vor allem Motiviert. Ich habe gelernt bis zum verrecken. Denn als Legastheniker
muss man halt doppelt so viel lernen. Aber das war es mir wert, denn ich wollte
diesen Job machen, ausüben und das schon seit langer Zeit. Im August bin ich
dann gefeuert worden, nicht wegen meiner Leistung oder weil ich dem Unterricht
nicht gefolgt bin. Nein, weil ich übermotiviert bin und einen Dozenten hatte, der ein
richtiges Arschloch ist und andere meint zu mobben, die nicht seinem ideal
entsprechen. Dass ich als einziger gefeuert wurde und andere im Unterricht sogar
gepennt haben und die ganze Zeit mit dem Handy gespielt haben und Prüfungen
versaut haben, war scheißegal, denn der Kopf von diesen Personen war tief im Arsch
des Dozenten. Ich bin so jemand nicht, und werde ich auch nie sein, da tauche ich
lieber in einen anderen Arsch ab, der viel geiler ist.

Was nicht so geil ist, ist das daraus resultierende. Ich bin in eine Depression gefallen.
Meine Motivation ist gleich gewesen, mit einem Toast, wobei das wohl mehr Nährwert
hatte wie ich. BDSM ist eine Herzensangelegenheit von mir, Aufklärung im BDSM
ist eine Herzensangelegenheit, Fotoshootings und Seminare abzuhalten im BDSM
ist eine Herzensangelegenheit von mir. Was ist, alles das wurde dank Corona mir
auch weggenommen. Wie soll man sowas kompensieren bzw. damit umgehen?

Dieses Jahr bin ich mehr als einmal auf dem Zahnfleisch gegangen und tue es immer
noch. Oft bin ich an meine Grenzen gekommen, Energielosigkeit, demotiviert im Bett.
Ich weiß oft nicht wie ich aus dieser Spirale herauskomme und mich ergreifen dann
Momente wo ich einfach gedanklich, vielleicht sogar körperlich wegdrifte.
BDSM, war und ist immer ein großer Teil von mir gewesen und das nun seit 19 Jahren.
Das war mit einer der Ankerketten, die ich zur Verfügung hatte, um vielleicht aus
dieser Spirale herauszufinden. Deswegen habe ich weiter meinen Blog geschrieben,
aber auch auf Drängen einiger besonderen Menschen eine FB-Gruppe erstellt. Hätte
ich das nicht gemacht, wäre ich wahrscheinlich dieses Jahr in eine Klinik oder auf dem
Friedhof gelandet. Womit ich nicht gerechnet habe, ist das ich Menschen kennen
lernen durfte dank dieser FB-Gruppe, die alle Facetten des Lebens widerspiegeln.

Mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen ist ziemlich
beeindruckend. Manche Personen sind so Frauen verachtend und widerlich im
Umgang mit einer Frau, und meinen das ist BDSM, dass du dir selber überlegst,
ob du nicht dahin fährst und denen in die Fresse haust. Du lernst Personen
kennen, die so tun, als ob sie dein Freund sind und in Wirklichkeit gehst du
denen am Arsch vorbei. Dann lernst du Personen kennen, wo du dachtest, denen
gehst du am Arsch vorbei und in Wahrheit entpuppen sie sich als Freunde.
Zu guter Letzt lernst du dann noch die Personen kennen, wo du selber merkst,
dass deine eigenen Probleme echt ein Witz im Vergleich ist.

Psychisch und körperlich kommst du da an deine emotionalen grenzen.
Dennoch war es mir wert, mit vielen dieser Personen in Kontakt zu kommen.
Denn dadurch habe ich selber vieles verstanden und auch den ein oder andern
Gedanken wieder fassen können. Mich haben Menschen beeindruckt, verletzt,
zu Tränen gerührt und so emotional berührt das die letzten 6 Monate echt einer
Achterbahnfahrt gleich kam, was ich in meiner ganzen Karriere, die ich hatte
bei der S-Bahn-Wache nicht erlebt habe. Ich bin froh das ich diese Menschen
kennenlernen durfte, einen kurzen Lebensabschnitt, der Freund, Ansprechpartner
oder der war, mit dem man flirten oder seinen seelischen Müll abladen konnte.
Den dadurch habe ich selber wieder zu mir gefunden, was ich nie gedacht
bzw. für möglich gehalten habe. Danke an alle diese Personen, mit denen ich
dieses Jahr Kontakt habe und hatte.

Vor allem aber möchte ich mich auch bei diesen Personen bedanken, die an mich
glauben, die mir gezeigt haben, dass ich doch ein bissel mehr wert bin als nur
mein Job und als BDSM´ler. Dank dieser Personen, schreibe ich wieder mehr,
bin wieder mehr aus dem Haus am Gehen wobei ich neue Menschen kennenlerne,
habe 10 kg abgenommen und glaube wieder an mich selber und starte motiviert
ins Jahr 2022. Vor allem aber habe ich auch wieder Spaß an BDSM und an diesem
Blog, vor allem diesen weiterhin zu betreiben und Anfängern/Anfängerinnen Hilfe
innerhalb des BDSM zu ermöglichen. 

Ich könnte noch viel mehr schreiben, und auch noch mehr ins Detail gehen.
Das aber würde wahrscheinlich den Rahmen gänzlich sprengen. Deswegen
zum Abschluss ein lieb gemeintes Wort an euch da draußen. Lasst euch nicht
unterkriegen, schaut mal nach links und rechts und ihr werde Menschen kennen
lernen die euch andere Sichtweisen zeigen oder emotionalen halt geben wo
ihr es nicht vermutet habt. Daher wüsche ich euch allen frohe Weihnachten
und einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass ihr in 2022 alle gesund und
munter weiterhin ein Teil meines Lebens seit und bleibt.

In diesem Sinne
euer Alex.