Vorstellung einer crazy Domina

Vorstellung einer crazy Domina

Diesmal stellen wir eine 38-Jährige Single Domina aus Hamburg vor.

Wie bist du zu BDSM gekommen?
Puh, wie bin ich zu BDSM gekommen, wie ist BDSM zu mir gekommen?!
Ich glaube, wir haben uns gefunden. Also, ich sag mal so, ich hatte nie
den 0815-Sex, ich war immer offen und neugierig. Ich habe immer alles
ausprobieren wollen.

Mit 18 hatte ich dann auch die erste Dreier-Konstellation (FFM) und es
hat sich sexuell dann immer in jede Richtung gesteigert. Als ich dann
2008 von NRW nach HH gekommen bin, habe ich dann weiter über
den Tellerrand geschaut und es ging im wahrsten Sinne des Wortes
erst so richtig los. Seitdem bin ich im BDSM und werde mich stetig
weitererforschen. Ich habe meinen Beruf, ich habe meine Spielpartner,
wo ich mich ausleben kann.

Wie stehst du zur Online-BDSM-Welt, bzw. generell zu der BDSM-Szene außerhalb?
Urgs, das ist gar nichts für mich. Ich habe es ausprobiert, aber schnell
wieder Abstand genommen. Ich bin einfach nicht diese Frau für solche
Portale. Klar, es vereinfacht vieles, aber genau das möchte ich gar nicht.
Bei der BDSM-Szene außerhalb bekomme ich ein wenig mit, aber ich
muss gestehen, dass ich ungern in Hamburg auf Partys gehe. Wenn ich
ausgehe, bin ich eher außerhalb Hamburgs unterwegs.

Wie lange machst du BDSM schon?
Tatsache, mein halbes Leben. Ich tauche immer und immer mehr in mein
BDSM ein. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich mich mehr als
Fetischistin sehe, als alles andere.

Welchen Fetisch hast du?
Schuhe, Schuhe, Schuhe, Schuhe, Schuhe …, Latex, Latex, Latex, Gummi,
Gummi, -lach- Nylons, aber ich habe auch extremen Spaß an Pissspielen
(aktiv und passiv). Ich mag halt sehr gerne Dirty-Games. Alle meine Fetische,
die ich habe, kann ich beruflich und auch privat ausleben und bin dankbar,
dass ich meinen Beruf im Studio mit tollen Kolleginnen und tollem Klima
erleben kann.

Kannst du private Erlebnisse, Erfahrungen, Berufserfahrungen mit in dein
Domina-Dasein einfließen lassen?
Oh ja, das kann ich. Es ist absolut von Vorteil, dass ich mein Drumherum so
einfließen lassen kann. Das macht mich als Domina aus. Ich „snoozle“ mich
in meine Kunden, das bedeutet grob, dass meine Wahrnehmung sehr im
Vordergrund steht bei meinen Kunden – Mir ist es sehr wichtig, Raum für
seine Sexualität zu geben.

Wie stehst du zu dir?
Ich bin total verrückt. Hey, sitze in einem „Beetlejuice-Outfit“ vor euch -lach-.
Ich bin total crazy, und so kennt man mich. Ich stehe sehr gut zu mir und meiner
Verrücktheit. Ich bin totaler Slipknot-Fan, und ich sag es euch, irgendwann werde
ich alle Masken bei mir in diesem Studio haben und eine Party damit feiern. -lach-

Was ist ein absolutes No-Go für dich im Studio an Kunden, von Kunden?
Ein absolutes No-Go ist, wenn der Kunde nach der Sitzung verlangt, dass ich
blank ziehe. Kleine Fußnote am Rande, die Outfits sind natürlich immer sehr
sexy und knapp, außer der Kunde möchte etwas anderes. Klar kann mich der
Kunde auch blankgezogen sehen, aber das passiert dann, wenn ICH Bock
darauf habe und nicht nur, weil er mit ein paar Geldscheinen wedelt.

Bist du käuflich?
Natürlich bin ich eine buchbare Domina, natürlich kann man meine Dienste
als Domina kaufen. Aber ich bin als Person nicht käuflich und das ist mir auch ganz wichtig.

Kannst du Berufliches von Privatem trennen?
Mmmmh, es gibt Tage, nee, eher so, es kommt darauf an! Es gibt Tage, da
ist man sehr beschwingt von der Arbeit und es gibt Tage, da hängt es einem
auch mal nach. Aber wir, damit meine ich mich und die anderen Mädels hier
im Studio, haben eine familiäre Atmosphäre haben und an nicht so guten
Tagen wird dieses reflektiert und miteinander gearbeitet.

Bist du „Vollblut-Domina“ hier im Studio?
Mit Passion und Leidenschaft. Ich mache es nicht wegen des Geldes.
Sondern, weil ich es lebe und liebe.

Wie siehst du die Veränderungen der BDSM-Szene, bestes Beispiel 50-Shades-Of-Grey?
Ich sag mal so, ich weiß, dass hartgesottene BDSM´ler gerade diesen
Film Scheiße finden.  Aber aus den Augen der Frau … verdammt nochmal,
das ist eine absolut schöne Liebesgeschichte, die sich, und jetzt mal im Ernst,
wirklich jede Frau wünscht, sie hören möchte und leben möchte.

Im normalen Leben sind gerade einige Szenen total surreal, wenn man das so
umsetzen würde, wären viele Menschen mit Knochenbrüchen im Krankenhaus.
Aber lange Rede, gar kein Sinn -lach-, für mich ist BDSM eine Erweiterung
meiner Sexualität. BDSM hat ja auch nicht nur mit „Aua, Aua, Aua“ zu tun,
es hat ganz viel mit Kommunikation zu tun und Vertrauen. Und wenn diese
Geschichte zur Sensibilisierung geholfen hat … dann Danke. Hat es seinen
Zweck erfüllt. Da kann einer reden, was er möchte. BDSM ist nicht nur todernst,
auch, wenn einige das meinen. Und es auch anders leben. Ich sehe mein BDSM
mit einem Lachen, einem Scherz, einem Flachs in meinen Sessions und mit Humor.
Jeder sollte sich doch in seiner Rolle wohlfühlen. Bei allem anderen könnte ich
im Spei spucken! Jeder ist sein eigenes Individuum.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Ich glaube, da wird noch einiges passieren. Ich möchte das mit BDSM gar nicht
so sagen, aber man wird mich definitiv in der Fetischwelt antreffen.

Was ist in deinen Sessions so Lustiges passiert?
Da gibt es so einiges, aber in letzter Zeit gab es eine Session, da gab ich
NS, NS, NS… und irgendwann drückte ich meine letzten Tropfen so raus,
dass auch einfach ein kleiner Furz mit entfleuchte und ich dem Mann dann
prompt ins Gesicht gefurzt habe.

Hast du ein Lieblingszitat, was auf dich zutrifft?
Normal können andere, ich bin Beat!

Du bist bisexuell?
 Also ich hab auch mal meine Erfahrungen mit Frauen gemacht, ja.
Aber eine Fleischpeitsche ist mir doch lieber.

Was ist dein Lieblings-Schlaginstrument?
Der Reißverschluss. Warum? Sofort wenn ich zuhaue, platzt die Haut auf
und es kommt Blut. Das liebe ich. Ich mag Sachen, die bluten.

Testest du deine eigenen Schlaginstrumente an dir selber?
Auf jeden Fall. Sonst merke ich ja nicht den Effekt/Schmerz,
dem ich dem Gegenüber zufüge.

Hast du Angst deinem Gegenüber so zu verletzen, dass er im Krankenhaus endet?
Nein, dafür bin ich Profi. Ich kenne mich mit Werkzeugen und allem
drumherum so gut aus, dass ich ohne Scheu in Sessions reingehe.

Bist du bereits an deine Grenzen gestoßen?
Privat und auch im Studio noch lange nicht. -dreckig am Lachen-

Lebst du deine Offenheit nach außen aus? Also wissen Freunde und Familie Bescheid?
Also um es kurzzufassen. Bis auf meine Eltern wissen es alle in meinem
Freundes-, Bekannten- und Familienkreis. Meine Eltern könnten damit
nicht umgehen, diese sind noch sehr konservativ.

Was muss ein Dom/Domina für dich haben?
Die Person muss ein bestimmendes Wesen haben. Alles andere lache ich
sonst aus. Zudem Charisma. Das Gefühl muss da sein, um sich fallen zu
lassen. Die Person muss es sich erarbeiten, die Domina/der Dom zu sein.

Kannst du Anfängern etwas mit auf den Weg geben?
Macht euch keinen Kopf über das, wo andere Leute Nein zu sagen.
Denn, das zitiere ich, dieses Zitat finde ich sehr passend:
„Pervers ist es erst dann, wenn du keinen mehr findest, der mitmachen will!“
zitat ist von Sigmund Freud

Dieses Interview war recht lustig und spannend. Danke an Miss Beat.
Wer mehr sehen möchte, die ganze Bilderserie ist in der aktuellen Ausgabe zu bestaunen.
Bis dahin

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